Lockerungen "zu wenig, zu spät."

Deutscher Lebensmittel-Großhandel: Schulnote 4 für die Bundesregierung. Das ist für uns eine sehr emotionale Sache. Es ist eine Tragödie.

Die wichtigsten Erkenntnisse unserer Umfrage

mit 50 der 400 führenden mittelständischen Lebensmittelgroßhändlern in Deutschland

  • Lebensmittelgroßhändler erwarten, dass mindestens 26% ihrer Kunden das Geschäft aufgeben werden, selbst wenn die Restaurants in den nächsten vier Wochen wieder öffnen dürfen.
  • 74% der Lebensmittelgroßhändler erwarten auch bei den verbleibenden Kunden erhebliche Umsatzeinbußen.
  • Jeder vierte Lebensmittelgroßhändler (28%) glaubt, dass mangelnde Klarheit zum Vorgehen bzgl. der Wiedereröffnung von Restaurants in den kommenden Monaten ihr größtes operatives Problem ist.


Laut der bundesweiten Telefonumfrage werden mindestens 26% der Großhandels-Kunden schließen müssen, 22% der Befragten  Personal entlassen müssen. 28% der Teilnehmer​ sehen ​die Unklarheit bzgl. der Wiedereröffnung von Restaurants als ihr größtes Geschäftsrisiko.

Im Durchschnitt bewerteten die deutschen Lebensmittelgroßhändler die Reaktion der Regierung während dieser Krise mit einer Schulnote von 4​.​ Jeder dritte Großhändler (35%) gibt an, dass ihm zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde und andere Branchen bevorzugt behandelt wurden - während jede angebotene Hilfe zu bürokratisch (18%) und nicht ausreichend (18%) ist.

André Klein, Geschäftsführer der Chefslist GmbH* ​befürchtet ernsthaften langfristigen Schaden, selbst bei baldiger Lockerung der Vorschriften für die Gastronomie.

"Die deutschen Lebensmittelgroßhändler haben den Eindruck, dass die Regierung den deutschen Mittelstand völlig im Stich gelassen haben. Es scheint ungerecht, dass hochprofitable Fluggesellschaften wie die Lufthansa für Milliarden von Euro gerettet werden, während im Grunde keine Entschädigung für diejenigen geboten wird, die durch die plötzlichen Restaurantschließungen einen Schaden in Millionenhöhe erlitten haben.

Im Grunde ist die einzige Forderung des Großhandels, dass auch Gastronomen, natürlich unter Vorbehalt von Vorlagen, nun komplett ihre "Pforten öffnen" können und, dass Klarheit über das weitere Vorgehen herrscht."


Sowohl kleine als auch große Unternehmen spüren den Druck dieser Krise. Selbst das in 4.Generation inhabergeführte Unternehmen ​Lebensmittel Becker GmbH & Co. KG​ ​ist besorgt, dass sie diese Krise nicht überstehen werden:

Frau Sabine Becker, Geschäftsführerin der Lebensmittel Becker GmbH & Co. KG​, sagte dazu,

“Unter dem Strich haben wir seit dem 13. März 2020 bei allen unseren Kunden Stillstand. Wir sind in allen Bereichen festgefahren. Wir brauchen die Chance, unsere Kunden wieder bedienen zu können,sonst laufen wir in ein existenzielles Risiko. Dieses Risiko besteht auch für unsere Kunden, und eszieht sich durch die gesamte Lieferkette bis hin zu den einzelnen Lebensmittel-Produzenten. Wir sind eines der ältesten inhabergeführten Unternehmen der Branche in ganz Deutschland. Am 23. Oktoberwürden wir 85 Jahre alt werden. Das ist für uns eine sehr emotionale Sache. Es ist eine Tragödie".

Herr Ronny Freytag, Vertriebsleiter der Feddersen Gastro GmbH ​sagte,

“Diese Krise wird Restaurants, Partyservices, Cateringunternehmen und der gesamten Gastronomie in Deutschland nachhaltigen wirtschaftlichen Schaden zufügen. Die Arbeitsplätze und Lebensgrundlagen von Millionen von Menschen stehen nach wie vor auf dem Spiel. Wir müssen zusehen, wie kleine und mittlere Unternehmen um ihr Überleben kämpfen und dabei Schulden aufnehmen, die sie - Stand jetzt- niemals werden tilgen können, selbst wenn sie überhaupt jemals genehmigt würden.Gesellschaftliche Veränderung, Angst, Panik und politische Vorgaben, welche für viele Unternehmer nicht umsetzbar sind, werden der Gastronomie auch nach maßvollen Lockerungen weiterhin Schaden hinzufügen, wodurch Arbeitsplätze wegfallen, Kämpfe um Existenzen verloren gehen und perspektivisch das Angebot verringert wird.

Beginnend beim Gastronomen über die Großhändler bis hin zur Industrie. Dies ist alles andere als gesund für unsere Branche, für unser wirtschaftliches Marktgefüge und am Ende für unser Land.

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Andre Klein, Gründer und Geschäftsführer von ChefsList, steht für ein Interview über diese neueForschung zur Verfügung und kann Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme der im Bericht genanntenPersonen behilflich sein:

André Klein
0173 5127612
andre@chefslist.de
www.chefslist.de

*Chefslist ​ist eine Bestell-Plattform für Lieferanten und deren Kunden zur Entgegennahme und Verwaltung ihrer Bestellungen - mit über tausend Kunden in ganz Deutschland.

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